Die gegenwärtige Konjunktur „Ich“ manifestiert sich nicht nur in der seit Jahren anhaltenden Hochphase autofiktionalen Schreibens im literarischen Feld, sondern erstreckt sich auch auf wissenschaftliche Text- und Erkenntnispraktiken. Der Einführungsvortrag entwickelt die These, dass diese Konjunktur Teil einer größeren Konstellation ist, die anhand dreier miteinander verschränkter Dynamiken diskutiert wird:
Diese drei Dynamiken sind in ihrer momentanen Ausprägung spezifisch, legen allerdings in historischer Perspektive nahe, dass das „Ich“ insbesondere in gesellschaftlichen, ökonomischen und politischen Krisenzeiten oder in Phasen technologischer Umbrüche epistemische Relevanz erlangt.