Museen, Ausstellungen und andere Formen der öffentlichen Präsentation von Wissenschaft und Technik wie Sternwarten und Planetarien oder auch Science Center sind Institutionen des Austausches und der Wissenszirkulation zwischen Wissenschaft und Gesellschaft par excellence. Sie trugen als Ausstellungsmedien in besonderem Maße zum gesellschaftlichen Diskurs über naturwissenschaftliche Themen bei, welche sich nirgends direkter erleben, anschaulicher diskutieren, aber auch weltanschaulich und politisch leichter instrumentalisieren als in Museen und Ausstellungen. Hatte Berlin vor dem Zweiten Weltkrieg noch eine besonders reiche Landschaft von Wissenschaftsmuseen und Technikausstellungen, welche im Alltag seiner Bewohner verankert waren, gestaltete sich die Wiederherstellung dieser Museumslandschaft nach dem Krieg schwierig. Um aber die weiterhin vorhandene Nachfrage nach den liebgewordenen alten Museen und auch nach neuen Institutionen zu füllen, waren es vielfach zivilgesellschaftliche Akteure in West-Berlin und Einzelpersonen und Initiativen der (staatlich gelenkten) Organisationen in Ost-Berlin, die sich für deren Wiederherstellung engagierten. Bei der zentralen Rolle von Wissenschaft und Technik innerhalb der Systemkonkurrenz und durch die bis zum Mauerbau einmalige Konstellation, welche Berlinern Angebote zweier Systeme bei einer durchlässigen Grenze ermöglichte und auch nach dem Mauerbau in einer starken gegenseitigen Bezogenheit fortbestand, ermöglicht der Fall des geteilten Berlin weitgehende Einblicke in die gesellschaftliche Rolle und die politischen Bedingtheiten der Wissenschaftskultur. Der Vortrag stellt die naturkundlichen, astronomischen und technischen Museen und Institutionen in den Fokus.